Zuhause ist Krieg von Annette Müller // ab 29.10.2021 // 8+

Nichts ist mehr so wie es war und so wie es sein sollte. Gerade hat der zehnjährige Said noch mit seiner Freundin Lia Ball gespielt, in seiner Heimat, die nach Salz und Meer schmeckte. Jetzt schmeckt sie nur noch nach Staub und Asche und klingt nach Krieg, denn der ist eingezogen. Und bald schon ist Saids Stadt, die sein Zuhause war und Freude und Geborgenheit bedeutete, ein fremder Ort voller lebensbedrohlicher Gefahren. Lia ist mit ihrer Familie schon geflohen, genau wie Saids Tante und Cousinen. Selbst seine Mutter musste gehen, doch sobald Said und sein Vater nachkommen können, werden sie sich wiedersehen, da ist er sich sicher. Noch versuchen sie aber, die Großmutter zur Flucht zu überreden. Doch die will nicht mit. Sie hat ihr ganzes Leben in der Stadt gelebt und will hier auch sterben. Also machen sich die beiden alleine auf die Reise in eine Ungewisse Zukunft, durch verschiedene Länder, mit verschiedenen Menschen, mit verschiedenen Sprachen, die sie nicht verstehen - immer unterwegs und in der Schwebe zwischen Hilflosigkeit und Hilfsbereitschaft. Wem kann man vertrauen, wo ist es sicher und wird Said je wieder ein Zuhause haben?

 

“Zuhause ist Krieg” nimmt das junge Publikum mit auf die Flucht, bezieht es mit ein und lässt es Saids Ängste und Hoffnungen hautnah mitempfinden. Sie erleben, wie sich das Leben eines ganz normalen Jungen schlagartig ändert und das Verlassen seiner Heimat plötzlich unausweichlich wird. Dabei wird es niemals moralisierend, bleibt so leicht und humorvoll wie es geht und so ernst wie es muss, um sich mit Kindern diesem Thema anzunähern.